Alles Humbug!
15. August 2026

Alles Humbug!

Wir Katholiken feiern am 15. August Maria Himmelfahrt, Aufnahme Mariens in den Himmel, mit Körper und Seele.

„Alles Humbug“ denken viele, auch mancher Katholik. „Und überhaupt: Maria!? Jungfrau? Gottesmutter? Auferstehung? Gott? Bibel? Kirche? … Alles althergebracht, Schwindel, Täuschungen der Kirche – Humbug eben.“

Doch bemühen wir uns und schauen erst mal auf das Evangelium vom heutigen Tag (Lukas 1, 39-56). Da preist Maria die Größe des Herrn, ihr Loblied nennen wir Magnifikat:

„Meine Seele preist die Größe des Herrn,
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut.
Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.
Denn der Mächtige hat Groß
es an mir getan
und sein Name ist heilig.
Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht
über alle, die ihn fürchten.
Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten:
Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;
er stürzt die Mächtigen vom Thron
und erh
öht die Niedrigen.
Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben
und lässt die Reichen leer ausgehen.
Er nimmt sich seines Knechtes Israel an
und denkt an sein Erbarmen,
das er unsern Vätern verheißen
hat,
Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.“

Großartige Worte! Gar nicht verstaubt – im Gegenteil: hochaktuell!

Worte, wie sie jeder sprechen und hoffen könnte angesichts des wahren Humbug, der uns täglich vorgeführt wird: von macht- und geldgierigen Menschen, die skrupellos herrschen über Andere.

Wie sehr wünschen wir uns heute, dass die Mächtigen in ihre Schranken verwiesen würden, dass die Erniedrigten befreit, die Hungernden beschenkt werden …

Für uns Christen gibt es nur einen wahren Mächtigen. Er hatte die Größe, sich selbst zu erniedrigen und zum Schwächsten zu werden um genau darin uns den Wahnsinn des menschlichen Strebens nach Macht vor Augen zu führen.

In den Worten Marias steckt so viel an Wahrheit und Sehnsucht, so viel an Größe, dass wir dem vermeintlichen religiösen Humbug der uns in der Bibel und in der Tradition der Kirche verkündet wird, vielleicht doch einmal etwas mehr Vertrauen entgegen bringen könnten. Vielleicht ist an dem Wundersamen mehr Wahres dran als an dem, was uns heute als Wahrheit verkauft wird.

Bild: Peter Weidemann
In: Pfarrbriefservice.de

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Harald Sittart

Diakon

Tätig in der Drogenseelsorge im Dekanat Schwäbisch Hall
und in der Gemeindeseelsorge der Seelsorgeeinheit Oberes Bühlertal, das sind die Gemeinden Bühlertann, Bühlerzell, Fronrot und Kottspiel.

Verheiratet und Vater von fünf Kindern.
Mehr zu meiner Person auf www.diakonsittart.de

harald.sittart@drs.de