Bitte wenden!
18. Februar 2026

Bitte wenden!

Wer im letzten Jahr hier im Umkreis unterwegs war, fuhr von einer Baustelle in die nächste. Umleitungen und Umwege waren die Regel, nicht die Ausnahme.

Oft wusste ich gar nicht mehr, wie ich jetzt fahren soll. Vielleicht ging es Ihnen auch so. Manch arme LKW-Fahrer, der nicht ortskundig war, fand sich plötzlich mitten im Wald wieder. Aber es hilft ja nichts. Die Straßen müssen gewartet und saniert werden. Baustellen gehören dazu. Mir fällt auf, dass das auch im Leben so ist: Immer wieder gibt es Baustellen. Dinge, die man ändern möchte. Entscheidungen, die neu überdacht werden müssen. Lebenswege, die eine neue „Routenführung“ brauchen: „Wenn möglich, bitte wenden!“

Wir Christen feiern heute Aschermittwoch. Die Fastenzeit beginnt. Es ist ein plötzlicher „Umschwung“ im Kopf: eben noch Fasching, jetzt Fastenzeit. Aber ist es nicht immer so mit den Baustellen? Auf einmal sind sie da und es geht nicht mehr weiter wie bisher. Der Aschermittwoch ist so etwas wie ein Hinweisschild auf dem Lebensweg. Seine Botschaft ist: „Achtung! Pass auf! Du musst deinen Lebensweg überprüfen. Stimmt deine Route noch? Bist du auf dem richtigen Weg?“ Manchmal hören wir dann die Stimme, die sowohl aus der Bibel als auch aus unserem inneren Navi zu uns spricht: „Kehr um!“ Und nun? Wie beim Autofahren ist umkehren auch im Leben nicht angenehm. Zum Glück folgt oft „Ihre Route wird neu berechnet.“ Immerhin weiß das Navi, wohin es geht. Aber wie ist es im Leben?

Wer am Aschermittwoch einen Gottesdienst besucht, empfängt das Aschekreuz. Es ist das Zeichen der Umkehr. Dabei werden die Worte gesprochen: „Kehre um und glaube an das Evangelium!“. Diese Worte stammen von Jesus selbst. Sie erinnern uns an die Routenplanung unseres Lebens – denn das Evangelium, Gottes frohe Botschaft für uns, lautet: Dein Leben hat seinen Anfang bei Gott und auch das Ziel liegt bei Gott, weil du Gottes einmaliges und geliebtes Kind bist. Gottes Worte geben uns Sinn, Hoffnung, Wahrheit und Werte, damit wir auf Kurs bleiben. Mehr noch: Er geht mit uns mit! Selbst wenn wir uns verirrt haben und nicht mehr weiterwissen, wenn wir unzufrieden sind mit uns selbst, wenn Lebensbaustellen akut zum Vorschein kommen oder wir womöglich falsch abgebogen sind und uns in Schuld verfangen haben, dann gilt seine Zusage: Auch diese Wege geht Gott mit uns – nicht weil er sie immer gut findet, sondern weil er den Ausweg kennt. So ist der Glaube unser inneres Navi!

Nehmen wir den Aschermittwoch also als willkommene Hilfe für unseren Lebensweg – im Vertrauen darauf: Gottes Wegweiser führen immer zum Ziel. Er kennt den Weg für uns!

Bild: Martin Manigatterer
In: Pfarrbriefservice.de

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Daniela Grobosch

Gemeindereferentin im Oberen Bühlertal

Studium der Religionspädagogik in Eichstätt.

Daniela Grobosch lebt und arbeitet im Oberen Bühlertal. Dort setzt sie ihre Schwerpunkte bei der Erstkommunion und den Ministranten. Außerdem unterrichtet sie Katholische Religion an der Grundschule Bühlertann. Als Mutter von 2 kleinen Kindern bewegt sie dabei vor allem die Frage, wie der Glaube an Gott das Leben von Kindern und Familien prägen und bereichern kann.

daniela.grobosch@drs.de