Jesus ermächtigt uns, Haltung zu zeigen und zu handeln.
„Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ Diesen Satz werden wahrscheinlich viele von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser als Worte Jesu aus dem Evangelium wiedererkennen. Jesu große Einladung, dass ER, dass sein Geist in unseren Beziehungen lebendig ist, wenn wir uns in seinem Namen versammeln – wenn wir miteinander unterwegs sind im Leben – auf der Suche nach einem Weg, der das Reich Gottes, wie Jesus es gelebt und verkündet hat, lebendig werden lässt.
Das könnte auch gelesen werden, als gutes Rezept für eine Wohlfühl-Gemeinschaft. Wenn wir uns versammeln und Jesus bei uns ist, dann geht es uns gut – dann brauchen wir sonst nichts weiter und müssen uns auch um nichts um uns herum kümmern.
Man könnte es auch lesen als Spiegel zum Gottesdienst – Da kommen Menschen im Namen Jesu zusammen und beten und dann ist gut.
Aber vielleicht ist das nur ein Teil der Botschaft. Allermeistens tut sich noch ein weiterer Zusammenhang auf, wenn wir nach der Situation schauen, die der Evangelist um das Wort herum erzählt… Jesus geht es meistens nicht allein darum, dass seine Freundinnen und Freunde es für sich selbst gut haben, sondern er möchte Ihnen die Kraft und die Haltung zusagen, damit sie in seinem Sinne in der Welt wirken können.
Und dann ist das echt ein starkes und aktuelles Wort. Davor macht Jesus seinen Freundinnen und Freunden die Zusage, dass sie ermächtigt sind in seinem Namen zu verkünden, zu versöhnen, zu lösen und zu binden. Das ist ein großer Auftrag. Es geht nicht um Macht über Menschen und es geht nicht um die Kompetenz einzelner, sondern es geht darum, dass wir alle gemeinsam einstehen, um das Miteinander in der Welt um uns herum zu bestärken oder wieder herzustellen.
Es geht niemals um Ausgrenzung oder Moral, sondern um alle Menschen, die in Beziehung zueinander und zu Gott in Würde gut leben können sollen. Wir leben in einer Demokratie, die darauf aufbaut, dass Menschen einander respektieren und füreinander einstehen. Nur wenn alle das so mittragen und mit dieser Haltung leben, kann sie gelingen.
Und vielleicht steckt das auch in Jesu Worten. Wir können nicht erzwingen, dass Beziehungen in Ordnung kommen, aber wenn wir gemeinsam, im Namen Jesu, danach suchen, dann kann die Lösung gut werden – dann wird der Himmel das Seine dazugeben, dass es gut werden kann. Gottes Segen und Jesu Kraft für Sie in der kommenden Woche!
Bild: pixabay
Studium der Religionspädagogik und Pädagogik in Freiburg und Reutlingen.
Einfach leben – egal wo die Betonung liegt – das ist Wunsch und Ziel, damit wir weltweit und hier, in Zukunft und jetzt ein Gutes Miteinander finden in Gesellschaft und auch in unserer Kirche. Lebenszeit ist Arbeit, Familie, im Garten werkeln, im Wald dem Wind und den Vögeln lauschen, wandern, Musik machen und lesen.