Gedanken für heute – Briefpost
Juni 10, 2020

Gedanken für heute – Briefpost

früher haben wir mehr Post bekommen, mehr Briefe geschrieben.

Liebe Leserinnen und Leser,

früher haben wir mehr Post bekommen, mehr Briefe geschrieben. So manch ein Briefwechsel von Schriftsteller*innen oder bedeutenden Persönlichkeiten wurden als Literatur veröffentlicht und lassen uns teilhaben an Persönlichem und Gesellschaftlich Aktuellem der Zeit, in der sie entstanden. Briefe geben einen sehr unmittelbaren Eindruck ihrer Entstehungszeit wider, ohne dass sie im Detail die Gesellschaft beschreiben.

Auch die Bibel kennt Briefe, darunter einige von dem Apostel und Missionar Paulus. Paulus war längere Zeit in Korinth in Griechenland gewesen. Dort hatte sich eine Gemeinde gebildet, die die Frohe Botschaft Jesu leben wollten und Paulus hat ihnen von dieser Frohen Botschaft erzählt und mit ihnen zusammen überlegt, wie ein Leben unter dem Blickwinkel der Frohen Botschaft aussehen könnte. Später dann, hatte er über Briefe Kontakt mit der Gemeinde. Diese Briefe waren für die Gemeinde in Korinth und anderswo so wertvoll, dass sie immer wieder abgeschrieben und weitergegeben wurden – sie wurden veröffentlicht und zu später wurden sie Teil unserer Bibel.

In einem dieser Briefe fasst Paulus nun zusammen, auf was es ankommt, damit christliche Gemeinde als christliche Gemeinde erkannt werden kann. Es kommt auf die Haltung an, mit der wir das Leben und unseren Alltag angehen, egal was kommt. Da heisst es dann unter anderem:

Jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade, jetzt ist der da, der Tag der Rettung.   …   In allem erweisen wir uns als Diener und Dienerinnen Gottes;   …   durch lautere Gesinnung, durch Erkenntnis, durch Langmut, durch Güte, durch den Heiligen Geist, durch ungeheuchelte Liebe,   …   durch das Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, mit den Waffen der Gerechtigkeit in der Rechten und in der Linken,   …   wir sind arm und machen doch viele reich; wir haben nichts und haben doch alles. 

Stellen wir uns vor, Paulus hätte uns heute in unsere Gemeinden hinein, in unser unsicheres Corona-Jahr 2020 diesen Brief geschrieben; hätte gewusst, wie sehr wir uns nach uneingeschränkten Freiheiten und gleichzeitig nach Sicherheit in sozialer und gesundheitlicher Hinsicht sehnen. Und er hätte uns genau diesen Brief geschrieben und uns ermutigen und auffordern wollen, so zu leben wie Menschen, die von der Frohen Botschaft wissen, von der Liebe und der Gerechtigkeit, von der gleichen Würde aller und der Freiheit, die sich im Respekt vor jedem Menschen ausdrückt.

Wir könnten mit Zuversicht und mutig den Tag und die Woche angehen. Das wünsche ich Ihnen.

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Utta Hahn

Dekanatsreferentin

Studium der Religionspädagogik und Pädagogik in Freiburg und Reutlingen.

Einfach leben – egal wo die Betonung liegt – das ist Wunsch und Ziel, damit wir weltweit und hier, in Zukunft und jetzt ein Gutes Miteinander finden in Gesellschaft und auch in unserer Kirche. Lebenzeit ist Arbeit, Familie, im Garten werkeln, im Wald dem Wind und den Vögeln lauschen, wandern, Musik machen und lesen.

Utta.Hahn@drs.de