Glaubwürdig
Juni 21, 2020

Glaubwürdig

Das leben und das sagen, wovon ich überzeugt bin. Wie schaffe ich das?

Kurzarbeit, geschlossene Betriebe und Geschäfte, leere Innenstädte, fehlendes Einkommen, Entlassungen, Existenzängste – zeitgleich die Ungeduld auf Reisemöglichkeiten, die Wut über Einschränkungen und jetzt der Probelauf mit dem Mallorca-Urlaub.

Das ist verwirrend und oft ist gar nicht mehr erkennbar, wer aus welchen Gründen welche Interessen verfolgt. Klar, die Werbung will, dass wir kaufen. Die Reiseunternehmen wollen, dass Menschen unterwegs sind und die Banken wollen Kredite vergeben, weil sie dann am meisten Geld verdienen.

Und was wollen wir selbst? Was will ich?
Was haben mir die letzten Wochen gelehrt?
Hatten wir mehr Zeit zur Verfügung? Für uns selbst, für die Familie? Waren wir mehr gestresst oder manchmal auch entspannter und erholter als sonst?
Kam mir mein Leben ehrlicher oder echter vor? Oder habe ich Mangel erlebt? Mangel von was?

Glaubwürdig leben – das ist ein Anspruch, den viele von uns kennen. Ich möchte das leben und das sagen, wovon ich überzeugt bin. Als Christin: Ich möchte meinen Glauben glaubwürdig leben. Und immer wieder, ja täglich stellt sich die Frage, an was man das erkennen kann, an was ich mich orientieren kann.
Unser Glaube, unser Gemeindeleben ist vielfach geprägt von Gewohnheiten. Da diese in den letzten Wochen weggefallen sind, stellte sich die Frage, was dann? Ist nicht alles vergeblich? Hat das überhaupt Sinn, ein Gemeindeleben führen zu wollen? Im Matthäusevangelium sendet Jesus seine Jünger aus, damit sie von der Liebe und der Frohen Botschaft, die sie mit ihm erfahren und erleben, weitererzählen und verkünden. Das ist kein leichtes Hobby, aber es lohnt sich – so sagt er zu ihnen:

Es gibt nichts Verhülltes, was nicht aufgedeckt werden wird, und nichts Verborgenes, was nicht bekannt wird. Was ich euch in der Dunkelheit sage, das sagt im Licht! Und was euch ins Ohr geflüstert wird, das verkündet von den Dächern!
Werden nicht zwei Spatzen für Kleingeld verkauft? Und doch fällt keiner von ihnen ohne
Gott zur Erde. Nun sind aber sogar eure Haare auf dem Kopf alle gezählt! °Habt nun keine Angst, wie verschieden seid ihr und die Spatzen.

Christsein kann eine grosse Herausforderung sein, aber Christsein ist auch das Geschenk, anzunehmen, dass ich einzigartig, von Gott geliebt, gewollt und angenommen bin, dass ich unendlich wertvoll bin und dies mit allen Menschen, ja mit allen Lebewesen teile.

Das kann mir einen hoffnungsvollen Blick auf mein Leben, meine Umwelt und auf die Zukunft ermöglichen. Diesen Blick wünsche ich ihnen. Haben Sie einen guten Sonntag.

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Utta Hahn

Dekanatsreferentin

Studium der Religionspädagogik und Pädagogik in Freiburg und Reutlingen.

Einfach leben – egal wo die Betonung liegt – das ist Wunsch und Ziel, damit wir weltweit und hier, in Zukunft und jetzt ein Gutes Miteinander finden in Gesellschaft und auch in unserer Kirche. Lebenzeit ist Arbeit, Familie, im Garten werkeln, im Wald dem Wind und den Vögeln lauschen, wandern, Musik machen und lesen.

Utta.Hahn@drs.de