Grenzen überwinden – den eigenen Möglichkeiten neue Spiel-Räume eröffnen
September 4, 2021

Grenzen überwinden – den eigenen Möglichkeiten neue Spiel-Räume eröffnen

Die Paralympics - sie können uns den Sport hinter dem Sport wiederentdecken lassen.

Wenn ich dieser Tage den Nachrichten und vor allem den Bildern der paralympischen Spiele in Japan folge, dann kann ich dabei den Sport wieder ein wenig aus seiner über-kommerzialisierten Ecke holen und mich neu begeistern, was Menschen im Spiel und im Sport fertigbringen.

Es ist unglaublich, was Kreativität, das einander Zuarbeiten plus technische Hilfsmittel möglich machen und es kann begeistern. Alle Ballsportarten im Rollstuhl oder am Boden, Rudern und Wassersport mit Booten, Schwimmen, Leichtathletik, die durch Prothesen möglich wird, Radsport und Laufen, das durch das Miteinander von zwei Menschen und durch ein unglaubliches intuitives Verstehen und Vertrauen möglich wird.

Die olympische Idee – eine Begegnung von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen, von Sporterlern und Sportlerinnen unterschiedlicher Disziplinen – wenn es auch durch Corona sehr viel schwieriger ist – aber bei diesen Paralympics ist das doch sehr präsent.

Haben wir Menschen damit alle Grenzen überwunden? Brauchen wir nur die richtigen Hilfsmittel um erfolgreich zu sein, um zu Siegerinnen und Siegern zu werden?

Ganz sicher nicht, denn jede Sportlerin und jeder Sportler kämpft ihren und seinen ganz eigenen Kampf. Ob bei Olympia oder bei den Paralympics – neben dem Wunsch nach der begehrten Medaille kommt auch immer wieder in den Interviews zum Ausdruck, dass es um das Ausschöpfen der eigenen Möglichkeiten geht und den Weg, sich selbst mehr zu entdecken.

Ich kenne eine Sehnsucht in mir, mich weiterzuentwickeln, immer wieder an meine Grenzen zu gehen, immer mehr zu entdecken, was in mir steckt und was in der Welt steckt – und auch Gott darin zu entdecken. Und wenn ich glaube, dass Gott nicht ausserhalb unserer Welt ist, dann gibt es die Welt auch nicht „ohne Gott“. Wenn die Schöpferkraft in Allem atmet, in allem lebt, dann darf ich sie als meine innere Antriebskraft sehen und entdecken.

Und der Sport kann ein Weg sein, diese Entdeckungsreise zu unternehmen. „Ich möchte mich weiterentwickeln“ so eine Sportlerin der Weltspitze… da geht es dann nicht um die Zeit, die Weite, die Schnelligkeit oder das Siegen, sondern es geht darum, im Sport, im Wettkampf zu entdecken, was in mir steckt, was ich aus meinen Gaben machen kann.

Und da gibt es keinen Unterschied zwischen olympischen und paralympischen Spielen. Wenn dieser Gedanke der Antrieb für den Sport ist, dann hilft uns das doch zu mehr Menschsein – und dann ist vielleicht doch Gott näher, jedenfalls wollte Jesus jedem Menschen Mut und Hoffnung für den je eigenen Weg der Entwicklung und Entfaltung machen.

Bildquelle: internetseite mdr

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Utta Hahn

Dekanatsreferentin

Studium der Religionspädagogik und Pädagogik in Freiburg und Reutlingen.

Einfach leben – egal wo die Betonung liegt – das ist Wunsch und Ziel, damit wir weltweit und hier, in Zukunft und jetzt ein Gutes Miteinander finden in Gesellschaft und auch in unserer Kirche. Lebenzeit ist Arbeit, Familie, im Garten werkeln, im Wald dem Wind und den Vögeln lauschen, wandern, Musik machen und lesen.

Utta.Hahn@drs.de