Großartige Menschheit
6. Juni 2026

Großartige Menschheit

„Magnifica humanitas (großartige Menschheit) – über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz“. Das ist der Titel des Lehrschreibens von Papst Leo, das dieser Tage veröffentlicht wurde.

Eine sogenannte Enzyklika, also eine Veröffentlichung zu grundlegenden Themen mit richtungsweisenden Gedanken für die Katholische Kirche, aber auch als Zeichen für die Welt und Gesellschaft insgesamt.

Der Papst schreibt von der großartigen Menschheit – sie liegt vor allem in der Würde und Einzigartigkeit des Menschen und er fragt, was die Technik nun für den Menschen und das Gemeinwohl bedeutet – es geht ihm nicht um technische Fragen, sondern um den Menschen und sein Verhältnis zur Technik.

Es geht nicht darum, ob Technik gut oder schlecht ist, sie ist nicht Feind des Menschen und auch nicht ein Übel an sich, aber sie ist nicht neutral und dessen sollen wir Menschen uns bewusst sein.

Künstliche Intelligenz ist schnell und präzise, denn sie entscheidet nicht, sondern wählt nach vorgegebenen Kriterien. Daraus folgt der Leitgedanke der ganzen Enzyklika: „Eine Maschine wählt aus, nach Kriterien, die ihr vorgegeben wurden. Nur der Mensch kann entscheiden, abwägen, den Einzelfall und die Geschichte eines Menschen berücksichtigen und Verantwortung übernehmen. Diese Fähigkeit, die praktische Klugheit, die schon die griechische Philosophie kannte, lässt sich grundsätzlich nicht an eine Maschine delegieren.“
(Würdigung der Enzyklika durch Prof. Dr. Ursula Nothelle-Wildfeuer bei der Pressekonferenz der Deutschen Bischofskonferenz am 25. Mai 2026 in Bonn)

Sie führt auch noch drei „eher beiläufige, aber bemerkenswerte Punkte“ an:
„Erstens bittet der Papst ausdrücklich um Vergebung dafür, dass die Kirche die „Geißel der Sklaverei“ (MH 176) in der Vergangenheit zu spät verurteilt hat – eine beachtliche institutionelle Selbstkritik, die dem Thema besonderes Gewicht verleiht.
Zweitens formuliert er kategorisch: Jeder Versuch, eine Nation zu vernichten oder zu unterwerfen, ist zutiefst unmoralisch und inakzeptabel. Der Bezug zu aktuellen kriegerischen Auseinandersetzungen wird auch ohne ausdrückliche Nennung sofort deutlich.
Drittens schaut er auch die Kirche selbst an: Ihre Prinzipien der Soziallehre müssen zuerst im eigenen Inneren gelebt werden – und das schließt eine transparente, ehrliche Kommunikation gerade gegenüber den Opfern von Ungerechtigkeit und Missbrauch ein.

Damit zeigt sich: Magnifica humanitas ist in keiner Weise ein technikfeindliches Dokument. Es fragt nicht, ob wir KI nutzen, sondern zu wessen Gunsten. Der Maßstab ist nicht die Effizienz der Mittel, sondern die Würde des Menschen.“ Wenn Sie weiterlesen möchten: https://www.dbk.de

Ihnen eine gute Woche!

Foto: KI Veröffentlichung dbk Enzyklika

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Utta Hahn

Dekanatsreferentin

Studium der Religionspädagogik und Pädagogik in Freiburg und Reutlingen.

Einfach leben – egal wo die Betonung liegt – das ist Wunsch und Ziel, damit wir weltweit und hier, in Zukunft und jetzt ein Gutes Miteinander finden in Gesellschaft und auch in unserer Kirche. Lebenszeit ist Arbeit, Familie, im Garten werkeln, im Wald dem Wind und den Vögeln lauschen, wandern, Musik machen und lesen.

Utta.Hahn@drs.de