Die Weltlage und deren Auswirkungen auf die Lebenssituation vieler Menschen verändert das Lebensgefühl.
Angst vor wirtschaftlichen Nöten, vor Verlusten und Krankheit stellen das menschliche Bedürfnis nach Sicherheit in Frage. Angst ist ursprünglich ein völlig normales Gefühl. Sie gehört zum Menschsein und dient unserem Überleben. Aber Ängste können auch eskalieren, so dass Menschen von ihren Befürchtungen bestimmt werden und überall nur Gefahren sehen.
Der christliche Glaube bezieht sich auf diese menschliche Erfahrung. Häufig begegnet uns in den biblischen Texten der Zuruf: „Habt keine Angst.“ Es geht dabei nicht um Zweckoptimismus oder um eine Durchhalteparole. In dieser Ermutigung finden sich zwei wichtige Botschaften: Du darfst aus Vertrauen leben! Du bist nicht allein!
So auch in dem Sonntagsevangelium des 2. Fastensonntags (Mt 17, 1-9). Jesus wird vor den Augen seiner Jünger verwandelt, sichtbar dadurch, dass Gesicht und Kleidung Jesu unerklärlich weiß strahlen. Drei seiner Jünger werden Zeugen einer für sie verstörenden Erfahrung. Eine leuchtende Wolke wirft ihren Schatten auf sie und aus der Wolke hören sie eine Stimme rufen: „Das ist mein geliebter Sohn“. Die Jünger bekommen große Angst und werfen sich mit dem Gesicht zu Boden. Jesus fasst sie an und sagt: „Steht auf, habt keine Angst!“
Wenn sich ein Schatten auf unser Leben legt oder wir am Boden liegen, sind wir verunsichert. Im Sonntagsevangelium werden wir eingeladen, diese Zumutungen als Chance zu begreifen. Die Angst weist uns hin auf die Zerbrechlichkeit menschlichen Lebens. Angst lässt uns oft erstarren. Wandel jedoch kann unser Menschsein vertiefen und uns zu neuer Lebendigkeit führen. Weder Materielles noch politische Parteien werden uns letzte Sicherheit geben. Menschliche Existenz bleibt immer zerbrechlich und dem Wandel unterworfen. Statt mit Ablenkung, Zerstreuung oder Betäubung zu reagieren, können wir uns von Jesus berühren lassen und unseren Blick auf ihn auszurichten. Wir werden ermutigt aufzustehen und uns dem Wandel der Zeit nicht zu verschließen, da wir ihm nicht ohnmächtig ausgeliefert sind.
Mögen wir in der begonnenen Fastenzeit unser Herz immer wieder öffnen für die Berührung mit Jesus, die uns zum Leben ermutigen will.