Sport treiben, ist hart, glauben ist härter!
März 14, 2025

Sport treiben, ist hart, glauben ist härter!

Wie geht es uns mit dem Glauben, mit dem, was wir manchmal an unverständlichem, wundersamen wahrnehmen? eine anstrengende Anfrage.

Wenn ich mich im Internet bewege, dann ploppen immer wieder Bilder und Filmchen auf, in denen Menschen sich mit irgendwelchen Pulvern für die „tägliche Routine“ optimieren, oder trainierende Männer in allen Altersgruppen, ja sogar Graubärtige mit großen Muskelpaketen. Mir wird gesagt welches harte Training ich dafür machen muss. Selbstoptimierung ist anstrengend, hart, braucht strenge Disziplin und Durchhaltevermögen! Viele sind wohl bereit, für diese Optimierung einiges an Anstrengung und Qual auf sich zu nehmen.

Dem entgegen gibt es aber in unseren Kirchen den Trend, den religiös geübten oder nicht geübten Menschen die Schwellen zum Glaubensleben möglichst niedrig und leicht zu halten.

„Sport ist hart, glauben ist härter!“

Im morgigen Evangelium (Lk 9,28b-36) schaue ich auf Petrus und die anderen beiden Jünger, die Jesus auf einen hohen Berg folgen. Der Aufstieg eine Strapaze, ohne Trekking-Kleidung und Hightech-Bergstiefel in sengender Hitze! Oben angekommen ereignet sich ein Wunder, welches nicht nur uns heute sondern auch die Jünger damals die Augen reiben ließ. Jesus wird in weißem Licht in seiner Gestalt verwandelt und es erscheinen Mose und Elija. Bei allem Zweifel überkommt Petrus aber auch große Euphorie. Und so will er drei Hütten bauen. Es scheint, dass dies eine „Überschuß-Idee“ aus Überforderung angesichts dieser größeren Wirklichkeit ist.

Wortlos gehen sie miteinander wieder den Berg hinab, verbleiben im Schweigen auch die nächsten Tage.

Wie geht es uns mit dem Glauben, mit dem, was wir manchmal an unverständlichem, wundersamen wahrnehmen? Wie geht es uns, wenn wir auch nur ansatzweise etwas von dem erahnen, was die Jünger damals nicht nur auf dem Berg erlebt haben?

Flüchten wir uns in eine Ablenkung, sogar ganz aus dem Religiösen, weil uns die unglaubliche Wirklichkeit zu sehr erschüttert?

Sich auf den Glauben an Christus einzulassen ist eine sehr harte, vielleicht die härteste Übung, weil sie mehr als alles andere unser bequemes Leben ja unsere Existenz an-, und vielleicht auch hinterfragt.

Die Fastenzeit könnte eine Aufforderung sein, dies anzuschauen und sich auf diese anstrengende Anfrage einzulassen.

 

Bild: Bild: Peter Weidemann
In: Pfarrbriefservice.de

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Harald Sittart

Diakon

Tätig in der Drogenseelsorge im Dekanat Schwäbisch Hall
und in der Gemeindeseelsorge der Seelsorgeeinheit Oberes Bühlertal, das sind die Gemeinden Bühlertann, Bühlerzell, Fronrot und Kottspiel.

Verheiratet und Vater von fünf Kindern.
Mehr zu meiner Person auf www.diakonsittart.de

harald.sittart@drs.de