Selten ist die Welt so voller Wünsche und Sehnsucht wie zu Beginn des Neuen Jahres. Und zu Recht...
Liebe Leserinnen und Leser,
kaum hat das Neue Jahr begonnen – die Reste vom letzten Fest im letzten Jahr sind aufgeräumt – da laufen wir Gefahr, wieder auf „Routine“ umzuschalten.
Vielleicht haben Sie mit neuen (oder alten) Wünschen, Träumen, Vorsätzen das Jahr begonnen. Selten ist die Welt so voller Wünsche und Sehnsucht wie zu Beginn des Neuen Jahres. Und zu Recht – Der Jahreswechsel schenkt uns eine Zäsur, gibt uns die Chance zurück und nach vorne zu blicken – und teilt den Lauf der Zeit in Abschnitte ein, die vielleicht einfach handzuhaben sind, als wenn alles immer weiterlaufen würde.
Das Johannesevangelium beginnt mit der Erinnerung, dass alles, was ist, mit dem dem Wort – dem Gedanken, einer Idee, der Weisheit begonnen hat. An Weihnachten feiern wir die Mensch-gewordene Idee, dass Gott von Anfang an dabei ist – gegenwärtig ist – in unserem Leben ist. Das verändert uns, unseren Blick auf die Welt und unser Handeln – und wir hoffen, dass dadurch eine Welt des Friedens und der Gerechtigkeit möglich wird, überall und auch bei uns.
Der Evangelist Johannes hat das etwas abstrakter formuliert – Am Anfang war das Wort / die Weisheit und die Weisheit war bei Gott und die Weisheit war wie Gott. Diese war am Anfang bei Gott. Alles ist durch sie entstanden und ohne sie ist nichts entstanden. Was in ihr entstanden ist, war Leben, und das Leben war das Licht für die Menschen. (Johannesevangelium, Kapitel 1, Vers 1-14)
All unsere Sehnsucht nach Frieden, nach einem solidarischen Miteinander, nach Gerechtigkeit, nach Glück, nach Einsicht und Sicherheit. All diese Sehnsüchte beginnen mit dem Wort und werden Tat, wenn Licht und Liebe die Zugpferde sind.
Angesichts von kriegstreibenden mächtigen Männern und all der Not und Gewalt, die in der Welt erfahrbar ist, scheint das eine naive Hoffnung. Aber Hassreden, Lügen, Gewalt und Unterdrückung werden niemanden – auch nicht die, die das vorantreiben – den eigenen Sehnsüchten nach Glück und Sicherheit und Frieden auch nur einen Zentimeter näherbringen.
Leben und Licht für die Menschen, das ist keine Erinnerung, sondern ein Programm für das Jahr. Es könnte Quelle der Zuversicht sein, mit aller Kraft für die Verwirklichung der Wünsche sich einzusetzen – nicht mit Gewalt und Hass und Ausgrenzung, sondern mit der Gewissheit, dass in allem, was lebendig und hell ist, ein Stück Weihnachten erfahrbar ist.
Ein Gesegnetes 2026!
Bild: Christiane Raab
in: Pfarrbriefservice
Studium der Religionspädagogik und Pädagogik in Freiburg und Reutlingen.
Einfach leben – egal wo die Betonung liegt – das ist Wunsch und Ziel, damit wir weltweit und hier, in Zukunft und jetzt ein Gutes Miteinander finden in Gesellschaft und auch in unserer Kirche. Lebenszeit ist Arbeit, Familie, im Garten werkeln, im Wald dem Wind und den Vögeln lauschen, wandern, Musik machen und lesen.